Samstag, 29.11.2025

Wittenberg (md). Am Samstag, dem 27. Januar 2024, zeigt Wittenberg klare Kante gegen Rechts um 16 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz und ab circa 17 Uhr mit einem Abendgebet in der Stadtkirche. Ein breites Bündnis aus Unternehmen, Organisationen, Kirchen, Parteien und zahlreichen Einzelpersonen ruft alle Bürger der Lutherstadt Wittenberg sowie die Menschen im Umland dazu auf, ein starkes Zeichen gegen Rechtsextremismus, Hetze und Vertreibung sowie für den Erhalt der Demokratie und des Liberalismus in unserer Gesellschaft zu setzen.

Start ist um 16.00 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz. Neben Redebeiträgen von Bürgermeister André Seidig und Akademiedirektor Christoph Maier wird es eine Lesung mit Auszügen aus dem Protokoll der investigativen Recherche des vielfach ausgezeichneten journalistischen Netzwerkes Correctiv geben. Unter der Leitung von Markus Schuliers vom Theater Jugendclub Chamäleon e. V. werden die Enthüllungen mit Passagen aus dem Grundgesetz kontrastiert. Musikalisch wird die Kundgebung von Jan Pajak ausgestaltet.

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Christoph Maier ruft als Vertreter der anmeldenden Institution und im Namen aller bisherigen Unterstützer zur Weiterverbreitung des Aufrufs auf: „Die Kundgebung bietet eine Plattform, um Solidarität zu zeigen und gemeinsam für Toleranz einzustehen sowie gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Faschismus zu setzen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir vereint handeln und uns aktiv für eine offene und inklusive Gesellschaft einsetzen.“ Die Veranstaltung wurde von der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e. V. angemeldet und in enger Verbindung mit dem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus an der Stadtkirche geplant.

Daher wird im Anschluss an die Kundgebung unter dem Geläut der Wittenberger Kirchenglocken ein Demonstrationszug am Marktbrunnen vorbei zur Jüdenstraße und schließlich zum Kirchplatz zur Stätte der Mahnung führen. Dort beginnt um 17 Uhr mit einer Kranzniederlegung das Abendgebet zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

„Gerade jetzt, da wieder viel zu viele Menschen empfänglich für die Lügen der Rechtsextremisten sind, müssen wir daran erinnern, welche schrecklichen Folgen Fremdenhass und Nazi-Herrschaft gerade in Deutschland hatten“, sagt Pfarrer Matthias Keilholz von der Stadtkirche Wittenberg, die sich mit einer Vielzahl von Aktivitäten für Frieden, Versöhnung und Dialog einsetzt.

Die Musik der Gedenkveranstaltung in der Stadtkirche widmet sich diesem Dialog. Komponisten aus Judentum wie Christentum vertonten Psalmen, die in beiden Religionen gleichermaßen als Heilige Schrift gelten. Es erklingt Musik von Heinrich Schütz und seinem jüdischen Zeitgenossen Salomone Rossi, von Felix Mendelssohn Bartholdy und Louis Lewandowski, die beide im 19. Jahrhundert lebten. Die beiden Wittenberger Kammerchöre „Schola Cantorum Adam Rener“ und der Wittenberger Motettenchor werden unter Leitung von Stadtkirchenkantor Christoph Hagemann außerdem Werke von Komponisten musizieren, die in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet wurden und Werke, die nach 1945 entstanden sind und sich mit der Nazizeit auseinandersetzen, unter anderem von Kurt Weill.

Die Liste der Unterstützer dieses Aufrufs ist im Internet unter https://ev-akademie-wittenberg.de/klare-kante-gegen-rechts/ einsehbar. Dort können sich auch weitere Unterstützer registrieren lassen. Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen eingeführt und erinnert daran, dass am 27. Januar 1945 Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreiten. Seitdem wird weltweit an diesem Tag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht, unter anderem im Deutschen Bundestag.

Bild: Die Stätte der Mahnung an der Wittenberger Stadtkirche. Foto: W. Gorsboth

Von Redaktion