Bad Schmiedeberg (md/wg). Das Kirchenkino zeigt am 27. März um 19.30 Uhr im Gemeindehaus den deutschen Dokumentarfilm „972 Breakdowns – Auf dem Landweg nach New York“. Ein Road- und Reparatur-Movie mit vielen spektakulären (Amateur-) Aufnahmen aus den unwirtlichen Weiten Russlands und bewegenden Begegnungen mit einfachen Menschen. Im Anschluss Gesprächsmöglichkeit mit Getränk und Knabberei. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird am Ausgang erbeten.
Im September 2014 startet eine Gruppe junger Künstler nach ihrem Studium in Halle/Saale auf eine Expedition quer durch Eurasien gen Osten auf dem Landweg nach New York. Elisabeth, Anne und Johannes aus Thüringen, Efy aus Zypern und Kaupo aus Estland tauschen Haarbürste gegen Schraubenschlüssel, Haus gegen Zeltplane, Herd gegen Lagerfeuer. Auf vier alten russischen 650er Ural Beiwagen-Motorrädern, die manchmal ganz schön launisch sind, geht es auf Tour und direkt ins Abenteuer.
Wo der eigentliche Plan nicht mehr aufgeht, wird es spannend, denn die Dinger gehen ständig kaputt, aber sie lassen sich auch selbständig reparieren, und überall, sei es in der Mongolei, in Sibirien oder in Alaska, treffen die Fünf auf hilfsbereite Schrauber, die sich über Abwechslung freuen und ihnen gerne weiterhelfen und sie zur Not sogar per Amphibienfahrzeug aus der Klemme holen. Mit ihrer Hilfe fahren sie immer ein Stückchen weiter – bis zum nächsten Breakdown. Sie wurden gezogen, abgeschleppt, Instand gesetzt und noch ein bisschen weiter geschoben – stets auf der Suche nach dem Punkt, an dem es einfach nicht mehr weiter geht. Nach fast drei Jahren, 43.000 Kilometern und 972 Pannen erreichen sie endlich New York City.
Der überaus sehenswerte Film zeigt in teils drastischen, teils urkomischen, teils skurrilen jedoch immer ungestellt authentischen Bildern den ganz normalen Wahnsinn dieser Reise mit alten russischen Motorrädern. Die simple Technik der Urals hat sich dabei als Fluch und Segen zugleich erwiesen: ständig verbogene Pleuel, zerbröselte Kolben oder abgescherte Getriebezahnräder – doch gerade in den Weiten Russlands ist alles reparierbar mit Hilfe von Einheimischen und manchmal nur einem Hammer.
Der durch Handy-Kameras und Drohnenaufnahmen entstandene Film macht in seinen 110 Minuten Laufzeit unheimlich Spaß. Er zeigt Staub und Strapazen, die gruseln lassen und er zeigt eine Truppe, die mit einer Mischung aus Naivität, Willen und Fantasie durch nichts zu stoppen ist. Tolle animierte Zeichnungen kündigen an, was als nächstes kaputt geht und der eigens für den Film produzierte, fantastische Soundtrack rundet das Ganze ab. Foto: ©Leavinghomeproduktion

