Sonntag, 30.11.2025

Wörlitz (md). „Poesie und Herrschaft. Literarische Repräsentation und Praxis in Dessau-Wörlitz und an anderen Höfen der Aufklärungszeit“ ist vom 31. August bis zum 2. September 2023 das Thema der diesjährigen Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission in Kooperation mit der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Im Fokus steht das literarische Leben am Hof des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) und dessen politische und repräsentative Funktion.

Von Beginn seiner Regierung an bewegt sich Fürst Franz in einer als ,aufgeklärt‘ apostrophierten, auf ,Erziehung‘ und ,Besserung‘ setzenden literarisch-publizistischen Gelehrtenkultur. In seinen Lektüren sucht der Fürst nach Anregungen und Modellen für eine musterhafte monarchische Herrschaft; über persönliche Kontakte versucht er, namhafte Schriftsteller und Gelehrte wie Winckelmann, Gellert, Wieland, Lavater oder Basedow an seinen Hof zu binden. Über die zahlreichen Kontakte erringt der Fürst die öffentlichen Weihen eines Mannes der kulturellen Avantgarde und Herrschers neuen Typs.

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Die Tagung fragt erstmals systematisch nach der konstitutiven Rolle von Franz’ literarischen Neigungen und Anstrengungen für sein herrscherliches Selbstverständnis und seine Herrschaftspraxis. Denn mit dem literarischen Einsatz der Gelehrten und vor Ort tätigen Verlage und Medien begründete seine Herrschaft ihre administrative, kulturelle und politisch-propagandistische Kohärenz nach innen; zudem konnte sie nur dadurch ihre volle propagandistische Wirkung nach außen entfalten.

Darüber hinaus soll durch die Tagung das spezifische Profil der in Dessau betriebenen literarischen Aufklärung am Hofe und in der Stadt durch Vergleiche mit anderen Höfen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie mit der herkömmlichen Funktion von Literatur für die fürstliche Repräsentation und das Hofleben scharfgestellt werden.

Hinweis

Die Teilnahme an der Jahrestagung, die im historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ in Wörlitz stattfindet, ist kostenfrei. Um Anmeldung wird bis zum 29. August 2023 per Mail an izea@izea.uni-halle.de gebeten.

Von Redaktion