Region (md/aw). Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden noch immer häufig unterschätzt – vor allem bei Frauen. Dabei sterben sie fast doppelt so häufig daran wie Männer. Ein wesentlicher Grund: Ihre Symptome sind oft untypisch und werden deshalb später erkannt.
Anlässlich des GoRed-Days erklärt Tanja Napiontek, Beratungsärztin bei der AOK Sachsen-Anhalt, warum Frauen besonders aufmerksam sein sollten. „Herzinfarkte äußern sich bei Frauen häufig nicht durch starke Brustschmerzen“, sagt sie. Stattdessen treten Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Bauch- oder Rückenschmerzen sowie extreme Müdigkeit auf. Diese Beschwerden würden oft als Magen-Darm-Probleme, Stress oder Erschöpfung fehlinterpretiert – mit gefährlichen Folgen.
Auch bei Medikamenten zeigen sich Unterschiede. Frauen erhalten in der Regel die gleiche Dosierung wie Männer, obwohl sie im Durchschnitt eine geringere Körpermasse haben. Zudem beeinflussen hormonelle Schwankungen die Wirkung vieler Arzneimittel. Nebenwirkungen treten bei Frauen daher deutlich häufiger auf. Napiontek rät, gezielt nach geschlechtsspezifischen Besonderheiten zu fragen und Beschwerden frühzeitig ärztlich abklären zu lassen.
Ihr Appell ist klar: „Herzinfarkt ist keine Männerkrankheit.“ Frauen sollten Warnzeichen ernst nehmen, regelmäßig zur Vorsorge gehen und im Alltag auf eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressreduktion achten. Denn je früher Risiken erkannt werden, desto besser sind die Behandlungschancen.
Die AOK Sachsen-Anhalt betreut mehr als 850.000 Versicherte und ist mit einem Marktanteil von über 42 Prozent die größte regionale Krankenkasse im Land.
Tanja Napiontek, Beratungsärztin bei der AOK Sachsen-Anhalt. Foto: AOK Sachsen-Anhalt

