Wittenberg (md/wg). Der für Dienstag, dem 27. Januar, 19.30 Uhr im Rahmen der Vortragsreihe „Transatlantische Wechselwirkung“ angekündigte Vortrag mit Prof. Dr. Caroline Rosenthal muss krankheitsbedingt leider ausfallen. Der Stiftung Leucorea ist es gelungen, kurzfristig mit Dr. Stephan Wackwitz für hochkarätigen Ersatz zu sorgen. Der Schriftsteller und Essayist spricht zum Thema „Von Kant und Goethe bis Thoreau und Emerson. Ein transatlantisch-philosophisches Ping-Pong-Match“. Der Vortrag findet im Audimax statt, der Eintritt ist frei.
Der Vortrag lädt dazu ein, die wechselseitigen Einflüsse zwischen europäischem und amerikanischem Denken anschaulich nachzuvollziehen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass philosophische Ideen im 19. Jahrhundert immer wieder den Atlantik überquerten – und dabei jedes Mal verändert zurückkamen. Wie in einem Ping-Pong-Spiel wanderten zentrale Gedanken zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten hin und her.
Im Mittelpunkt stehen der Neuenglische Transzendentalismus und der amerikanische Pragmatismus. Anhand von Denkern wie Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau und William James zeigt der Vortrag, wie deutsche Philosophie in den USA in eine alltagsnahe, erfahrungsorientierte Denkweise übersetzt wurde, die Individualität, Selbstverantwortung und gesellschaftliche Praxis betont. Zugleich wird sichtbar, wie diese amerikanischen Impulse nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zurückwirkten und hier neue philosophische und kulturelle Anstöße gaben. Der Vortrag versteht Philosophie als ein lebendiges transatlantisches Austauschgeschehen – als ein intellektuelles Ping-Pong-Spiel, in dem sich Begriffe von Persönlichkeit, Freiheit und Demokratie immer wieder neu formten und bis heute nachwirken.
Stephan Wackwitz (*1952) ist Schriftsteller und Essayist. Nach seiner literaturwissenschaftlichen Promotion war Wackwitz zunächst als DAAD-Lektor am King’s College London tätig und arbeitete dann mehr als zwei Jahrzehnte für das Goethe-Institut in verschiedenen Metropolen, darunter New York, Tokio, Krakau, Bratislava, Tbilisi und Minsk. Seine langjährigen Aufenthalte in den USA und anderen Weltregionen sind ein prägendes Thema seiner autobiographischen Essays und Erinnerungsbücher. Zuletzt erschien „Geheimnis der Rückkehr. Sieben Weltreisen“ (2024), eine intellektuelle Autobiographie aus drei Jahrzehnten im Ausland.

