Wittenberg (md). Am Paul Gerhardt Stift in Wittenberg wurde erstmals erfolgreich eine Carotis-Stentimplantation durchgeführt. Mit diesem modernen minimal-invasiven Verfahren kann eine hochgradige Verengung der Halsschlagader behandelt werden – eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfälle.
„Bei der Carotis-Stentimplantation wird über einen kleinen Zugang in der Leiste ein Stent in die verengte Halsschlagader eingebracht. Dieser hält das Gefäß offen und verbessert dauerhaft die Durchblutung des Gehirns“, erklärt Kareem El Sherbiny, seit September 2025 Chefarzt der neuen Klinik für Gefäßchirurgie, die standortübergreifend am Paul Gerhardt Stift und im Herzzentrum Coswig betrieben wird. „Das Verfahren stellt insbesondere für ältere Patientinnen und Patienten oder für Menschen mit erhöhtem Operationsrisiko eine schonende Alternative zur offenen Operation dar.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Einführung dieses Verfahrens ist die enge interdisziplinäre Kooperation. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Peter Jehle, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I am Paul Gerhardt Stift, sowie der Stroke Unit am Wittenberger Krankenhaus, wird eine qualitativ hochwertige, leitliniengerechte Versorgung von Patienten mit Halsschlagaderverengungen sichergestellt.
„Durch die enge Abstimmung zwischen Gefäßchirurgie, Innerer Medizin, Neurologie und Stroke Unit können Betroffene optimal diagnostiziert, individuell therapiert und sowohl vor als auch nach dem Eingriff engmaschig überwacht werden. Dies erhöht die Sicherheit der Behandlung und verbessert nachhaltig die Behandlungsergebnisse“, so Chefarzt El Sherbiny.
Bild: Chefarzt Kareem El Sherbiny und Jasmin Leiß, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Intensivstation, mit dem ersten Patienten im Paul Gerhardt Stift, bei dem ein Stent in die Halsschlagader implantiert wurde. Foto: Julia Schilling/PGS

