Dienstag, 27.01.2026

Tornau/Bad Düben (md/wg). Es ist fast wie ein kleines Wunder: Die Europäische Wildkatze ist wieder in der Dübener Heide unterwegs. Ehrenamtliche des BUND und des Naturparks haben erneut Tiere nachgewiesen – unter anderem auf sächsischer Seite im Authausener Wald und auf sachsen-anhaltischer Seite im Reinharzer Teichgebiet. Dort finden die scheuen Tiere ausgedehnte, ruhige Waldgebiete vor – genau die Bedingungen, die sie zum Überleben brauchen.

Neben einem bereits 2024 bekannten Kuder, so heißt die männliche Wildkatze in der Jägersprache, konnten drei weitere Wildkatzen identifiziert werden, darunter mindestens ein Weibchen. Die Hoffnung wächst, dass sich in der Dübener Heide langfristig eine stabile Population entwickelt. Die Nachweise stammen vom sogenannten Lockstock-Monitoring. Dabei werden in den Wäldern Lockstöcke aufgestellt, das sind aufgeraute und mit einem Messer eingekerbte Holzpfosten, die die Wildkatzen mit einem speziellen Duftstoff (Baldrian) anlocken. Die Tiere streifen über den Stock, hinterlassen Fellbüschel und Spuren, die dann von Ehrenamtlichen gesammelt und ausgewertet werden.

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Die Lockstöcke werden regelmäßig kontrolliert und jede Beobachtung sorgfältig protokolliert, eine mühsame Arbeit, die Geduld erfordert, aber jeder Nachweis ist ein wertvoller Schatz für Biodiversität. Die Lockstock-Erfassung ist eine störungsarme, wissenschaftliche Methode, um Wildkatzen nachzuweisen. Die Rückkehr der Wildkatze ist ein gutes Zeichen für verbesserte Lebensräume. Sie zeigt: Naturnahe Wälder, grenzübergreifende Zusammenarbeit mit Partnern sowie der Schutz dieser Lebensräume wirken und tragen Früchte.

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) lebt zurückgezogen in strukturreichen Laub- und Laubmischwäldern. Ursprünglich in ganz Deutschland heimisch, leben heute etwa 6.000 bis 8.000 Tiere überwiegend in Mittel- und Süddeutschland. Mit dem Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ zielt der BUND darauf ab, dass sich die Wildkatze in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet wieder ausbreiten kann. Sie steht dabei stellvertretend für viele andere Waldbewohner. Dort, wo sich die Wildkatze wohlfühlt, sind auch die Bedingungen für viele Arten wie Bechsteinfledermaus, Mittelspecht oder Schwarzstorch optimal.

Wer mehr über diese scheue Waldbewohnerin erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, die interaktive Wanderausstellung „Rückkehr auf leisen Pfoten“ des BUND Sachsen zu besuchen. Ab 16. Februar 2026 gastiert die Ausstellung im Naturpark-Haus in Bad Düben. Faszinierende Aufnahmen des Naturfotografen Thomas Stephan, informative Infotafeln und spannende Mitmachstationen nehmen die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Entdeckungsreise in die verborgene Welt der Wildkatzen. Ein Präparat in Lebensgröße lässt die geheimnisvolle Jägerin zum Greifen nah erscheinen.

Ausstellungszeitraum:

Die Ausstellung ist vom 16. Februar bis 27. März 2026 im Naturpark-Haus in Bad Düben zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (außer Mittwoch), 10 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind herzlich willkommen, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Foto: W. Gorsboth

Von Redaktion

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