Freitag, 27.02.2026

Bad Schmiedeberg (md/wg). Jeweils am 1. Freitag im März – in diesem Jahr also am 6. März – stehen Frauen in über 150 Ländern weltweit auf und reichen sich die Hände zu Gebet und Gesang rings um den Globus. Allein in Deutschland folgen jedes Jahr etwa 800.000 Menschen der Einladung zum Weltgebetstag. Die Gottesdienstordnung wird in ökumenischer Verbundenheit immer von Frauen verschiedener Kirchen aus einem anderen Land vorbereitet.

2026 ist es das westafrikanische Nigeria, und das biblische Motto lautet: „Kommt! Bringt eure Last“. Das Motto erinnert an die Einladung Jesu im Matthäusevangelium (11,28-30): „Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.“ Die Kollekten der Veranstaltungen kommen dem Weltgebetstags-Komitee zugute. Damit werden Projekte für Frauen und Mädchen in Nigeria finanziert. Die Spenden stärken Frauen, damit sie für ihre Rechte eintreten und ein selbstbestimmtes Leben führen können.

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Im Pfarrbereich Bad Schmiedeberg-Pretzsch wird wie in den zurückliegenden Jahren in unterschiedlicher Weise der Weltgebetstag begangen. Höhepunkt ist der gemeinsam vorbereitete und gefeierte ökumenische Gottesdienst am Freitag, dem 6. März, um 17 Uhr in der katholischen Kirche St. Maria Regina Pacis in Bad Schmiedeberg, den auch der Tanzkreis, ein Instrumentalensemble und der Kirchenchor mitgestalten. Anschließend wird zu einem bunten Abend im Gemeindehaus mit Speisen und Getränken, Gesprächen und Liedern eingeladen.

Vorher – bzw. in Söllichau nachher – gibt es aber auch Informationsveranstaltungen: in Bad Schmiedeberg am Dienstag, 3. März, 14.30 Uhr, im Seniorenkreis und am Mittwoch, 4. März, 9.30 Uhr, beim Frauenfrühstück, jeweils im Evangelischen Gemeindehaus, Kirchstraße 5. In Söllichau findet ein Gemeindenachmittag zum Thema am Dienstag, 10. März, 14.30 Uhr, im Pfarrhaus, Brunnenstraße 34, statt. Im Pratauer Freizeittreff, An der Feuerwehr 2, sind Eltern und Kinder am 7. März von 9.45 bis 13.30 Uhr eingeladen, das Land Nigeria zu entdecken, Geschichten aus der Bibel zu hören, gemeinsam zu singen und zu beten. Außerdem werden verschiedene Aktionen angeboten, wie zum Beispiel das Herstellen von Kräutersäckchen.

Für die gemeinsame Mahlzeit sind Speisen aus Afrika geplant. Für eine bessere Planung bittet das Weltgebetstags-Team aus Pratau um eine Anmeldung bis zum 4. März unter renate@yeslord.de, 0170/237 56 37 (WhatsApp) oder direkt im Haus der Begegnung Globig. Auch eine spontane Teilnahme ist möglich. Die Feier zum Weltgebetstag in Pratau schließt besonders Familien und Kinder mit ein – die Kinder dürfen auch allein an der Feier teilnehmen.

Das Motto der Weltgebetstags-Liturgie 2026 erinnert an die Einladung Jesu im Matthäusevangelium. Das Bildmotiv dazu hat die nigerianische Künstlerin Gift Amarachi Ottah geschaffen. Auf dem Bild sind drei Frauen der größten Ethnien –Igbo im Südosten, Haussa im Norden und Yoruba im Südwesten – zu sehen. Im Hintergrund tragen Frauen Lasten auf dem Kopf, wie es in Nigeria üblich ist. Aber es gibt für die nigerianischen Frauen auch unsichtbare Lasten wie Armut und Gewalt, auf die der Weltgebetstag aufmerksam macht.

Nigeria ist ein Land der Superlative: Mit über 230 Millionen Menschen ist es das bevölkerungsreichste Land Afrikas mit einer der jüngsten Bevölkerungen weltweit. Mit einer Gesamtfläche von 923.768 Quadratkilometern ist es rund zweieinhalb Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Die Menschen aus verschiedensten Ethnien sprechen mehr als 500 Sprachen und Dialekte. Rund 52 % der Einwohner zählen sich zu den Muslimen, den christlichen Kirchen gehören etwa 46 % an. Doch das Zusammenleben ist auch geprägt von blutigen Konflikten.

Im Nordosten terrorisieren islamistische Terrorgruppen wie Boko Haram christliche, aber auch muslimische Orte, im Südosten agieren bewaffnete Banden und Separatisten, überall gibt es Ressourcenkonflikte um Wasser und Land, die Menschen in die Flucht treiben. Anschläge gegen die Zivilbevölkerung mit vielen Todesopfern bestimmen die Schlagzeilen. Die Kriminalitätsrate ist sehr hoch, Raubüberfälle und Entführungen sind allgegenwärtig. Nigeria ist das wirtschaftlich stärkste Land Afrikas und reich an Bodenschätzen, aber nur wenige Menschen profitieren davon.

Der Weltgebetstag ist die größte ökumenische Basisbewegung christlicher Frauen weltweit. Er versteht sich als Gebetskette rund um die Welt. Allein in Deutschland nehmen jährlich rund 800.000 Menschen teil, weltweit sind es mehrere Millionen. Teilnehmer kommen aus römisch-katholischen, evangelischen oder freikirchlichen Gemeinden wie Mennoniten, Herrnhuter Brüdergemeine, Baptisten und Methodisten, oder sie gehören zur alt-katholischen, der orthodoxen Kirche und der Heilsarmee. Die Idee eines Frauen-Gebetstags nahm bereits 1887 in den USA und Kanada ihren Anfang. Der erste internationale Gebetstag wurde 1927 gefeiert.

Bild: Zeichnung mit dem Titel „Rest for the Weary“ („Erholung für die Müden“) von der Künstlerin Gift Amarachi Ottah. Foto: World Day of Prayer International Committee

Von Redaktion

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