Donnerstag, 26.02.2026

Wittenberg (md/wg). In Zusammenarbeit der Städtischen Sammlungen der Lutherstadt Wittenberg und dem Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung Wittenberg e.V. wird im Museum im Zeughaus am 7. März 2026 um 15 Uhr der Vortrag „Der Hahn in Sagen und Bräuchen der Sorben/Wenden – Geschichte und Kulturvergleich“ angeboten. Der Vortrag findet im Rahmen der aktuell gezeigten Sonderausstellung „Vielfalt in Tradition und Wandel – Minderheiten und Volksgruppen Europas“ kostenfrei statt.

In seinem Vortrag untersucht der Ethnologe Nils Seethaler die symbolische, mythologische und rituelle Bedeutung des Hahns (sorbisch: Kokot) in der sorbischen/wendischen Kultur. Dabei gewährt er insbesondere Einblicke in die traditionellen Bräuche des Hahnrupfens und Hahnschlagens und ordnet diese sowohl historisch als auch mythologisch ein.

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Des Weiteren setzt sich der Vortrag gleichzeitig kritisch mit populären Interpretationsansätzen auseinander. Dabei soll geprüft werden, inwieweit diese Deutungen tatsächlich historisch belastbar sind oder ob sie – wie viele Forschungstraditionen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts – von späteren Projektionen, romantisierenden Zuschreibungen oder methodischen Vorannahmen geprägt sind.

Sonderausstellung im Zeughaus

Unter dem Titel „Vielfalt in Tradition und Wandel – Minderheiten und Volksgruppen Europas“ widmet sich die Ausstellung im Zeughaus den Menschen, deren Sprache keine anerkannte Amtssprache in der Europäischen Union ist, sondern zu den sogenannten Minderheitssprachen zählt. Viele dieser Sprachen sind in Europa größtenteils kaum bekannt.

Mehr als 20 Minderheitssprachen werden in der Ausstellung in historischen Abbildungen und mit zahlreichen ethnographischen Objekten und Kunstwerken aus vier Jahrhunderten vorgestellt. Insbesondere die Geschichte und Kultur der Sorben schafft regionale Bezüge zur Geschichte Mitteldeutschlands und Wittenbergs, denn die sogenannte „wendische“ Sprache lässt sich in dieser Region vermutlich bis in die Frühe Neuzeit zurückführen. Die Sonderausstellung ist bis zum 28. Juni 2026 im Zeughaus zu sehen.

Bild: „Hahnschlagen im Spreewald“, Quelle: Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung Wittenberg e.V.

Von Redaktion

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