Mo.. Sep. 28th, 2026

Bad Schmiedeberg (md/wg). Wilde, artenreiche Wälder mit vielen Versteckmöglichkeiten und Totholz sind in Deutschland inzwischen vielerorts rar. Deshalb arbeitet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit seinen Verbündeten daran, mehr Wälder wildkatzengerecht zu gestalten. Darüber informiert noch bis zum 31. Oktober 2026 die vom BUND im Rahmen des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ konzipierte gleichnamige Wanderausstellung in der Evangelischen Stadtkirche in Bad Schmiedeberg. Die Präsentation erfolgt in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt.

Die Ausstellung vermittelt anschaulich, wie der BUND artenreiche und klimarobuste Wildkatzenwälder von morgen gestalten. Davon profitiert nicht nur die Wildkatze, sondern auch viele andere Arten, Landnutzer und letztlich auch der Mensch. Interaktive Elemente lassen die Besucher in einen echten Wildkatzenwald eintauchen. Ob eine Wildkatze, eine Wildkamera oder ein Lockstock, an dem Wildkatzenhaare anhaften – Besucher können in der abwechslungsreichen Ausstellung jede Menge Interessantes unter die Lupe nehmen und bestaunen. Ausmalvorlagen, Lernposter, Sticker und ein Quiz laden auch die Jüngsten ein, spielerisch das aufregende Wildkatzenleben kennenzulernen. Außerdem wird Wissen vermittelt, warum Wildkatzenwälder von morgen artenreich und klimarobust zugleich sind.

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Das BUND-Großprojekt „Wildkatzenwälder von morgen“ verzeichnet einen stetigen Anstieg an Wildkatzen-Nachweisen: Seit dem Projektstart im Oktober 2022 konnten bundesweit 333-mal Wildkatzen genetisch nachgewiesen werden. Gemeinsam mit zahlreichen Freiwilligen untersucht der BUND die Bestände der Europäischen Wildkatze in zehn Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die Ergebnisse fließen direkt in Maßnahmen zur Verbesserung und Vernetzung ihrer Lebensräume ein: beispielsweise in den Bau von „Wildkatzenburgen“ – größere Haufen aus Totholz, die der Art als sichere Verstecke dienen.

Thomas Mölich, BUND-Wildkatzenkoordinator, erklärt dazu: „333 Nachweise, die eindeutig der Wildkatze zugeordnet werden konnten, sind eine gute Nachricht für den Artenschutz. Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass viele geeignete Lebensräume noch immer voneinander getrennt sind. In vielen Gebieten, die sich für Wildkatzen eignen, weisen wir keine Wildkatzen nach. Umso mehr freut es uns, die scheue Jägerin dabei zu beobachten, wie sie die von uns errichteten ‚Wildkatzenburgen’ begutachtet.“ Jeweils an den Rändern der Verbreitungsgebiete der Wildkatzen sollen der Wald, der Waldrand und angrenzendes Grünland wildkatzengerecht umgestaltet werden. Denn wenn sich die Wildkatze wohl fühlt, kann sie sich erfolgreich vermehren und von hier aus neue Gebiete besiedeln.

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm: Am 5. Oktober, 19.30 Uhr, wird im Gemeindehaus der Naturfilm „Die Rückkehr der Wildkatze“ aufgeführt. Am Montag, dem 12. Oktober 2026, 19.30 Uhr, laden die Evangelische Kirchengemeinde Bad Schmiedeberg und der BUND Sachsen-Anhalt zu einem Wildkatzenvortrag zunächst in die Stadtkirche und anschließend in das Gemeindehaus, Kirchstraße 5, ein. Nach einem kurzen Blick auf die Ausstellung in der Kirche erklärt die Biogeografin Nicole Hermes in einem rund 45-minütigen Vortrag, wie Europäische Wildkatzen leben und was eine Haus- von einer Wildkatze unterscheidet. Sie berichtet über die Biologie und Ökologie sowie zu Gefahrenquellen und zur erfolgreichen Wiederausbreitung der scheuen Waldtiere.

Die Wanderausstellung hat zu den Zeiten der „Offenen Kirche“ dienstags von 10 bis 12 Uhr, freitags von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie – vor allem für Gruppen wie Schulklassen – nach telefonischer Voranmeldung unter 0160/365 64 14 geöffnet. Foto: Adobe Stock

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