Samstag, 29.11.2025
Thomas T. Müller, neuer Direktor und Vorstand der Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt am Mittwoch (08. Februar 2023) in Wittenberg.

Wittenberg (md). Die Ergebnisse einer Tagung zur Reformationsnumismatik sind in der Schriftenreihe der Stiftung Luthergedenkstätten erschienen. Dr. Thomas T. Müller, Vorstand der Stiftung Luthergedenkstätten, Ulf Dräger, Leiter des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt sowie die Herausgeber Dr. Gerd Dethlefs, Landeshistoriker am Westfälischen Landesmuseum Münster, und Dr. Stefan Rhein, ehemaliger Vorstand der Stiftung Luthergedenkstätten, stellen den Tagungsband „Zeichen der Identität. 500 Jahre Reformationsmedaillen“ am 30. April um 18.30 Uhr in der Kapelle im Augusteum vor. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung im Servicebüro der LutherMuseen unter 03491/42 03 171 oder an service@luthermuseen.de wird gebeten.

Vor über 500 Jahren anlässlich des Wormser Reichstags 1521 wurde Martin Luther erstmals auf Medaillen porträtiert. Mit diesen Medaillen beginnt eine vielfältige Wirkungsgeschichte, die bis heute anhält. Gerade zu den Reformationsjubiläen ab 1617 erschien und erscheint eine Vielzahl von Schaumünzen in ganz Deutschland und darüber hinaus.

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2021 fand in Wittenberg die erste große Tagung zur Reformationsnumismatik statt. Ziel war es, die Münzen und Medaillen als eigene Quellengruppe nach ihren Traditionen, Funktionen und Wirkungen zu befragen und zwar mit interdisziplinärem Zugriff. Deshalb waren Vertreter von Kirchen-, Kultur-, Kunst-, Landes- und Regionalgeschichte eingeladen, um die Bilder und Texte auf den Münzen und Medaillen als Quellen der Geschichte der Reformation und ihrer Wirkungen zu entdecken und zu würdigen.

Die Publikation präsentiert 18 Beiträge, die einen weiten Bogen von der Selbstinszenierung des Erasmus von Rotterdam durch die Ausgabe einer Porträtmedaille und dem berühmtesten Medailleur des 16. Jahrhunderts, Hans Reinhart d. Ä., über ikonografische Studien etwa zu den Motiven des Schwans und der Gans, von Gottes Wort oder des Lichts bis hin zu Medaillen als Mittel der Propaganda etwa im Dreißigjährigen Krieg oder im Ersten Weltkrieg schlagen.

Die moderne Kunstmedaille mit ihren Darstellungsmöglichkeiten reformatorischer Themen wird an den Künstlern Viktor Huster und dem Hallischen Medailleur Carsten Theumer erläutert. Erstmals wird auch die Entwicklung der Luther-Medaillen in den USA vorgestellt. Die zahlreichen Abbildungen vermitteln einen eindrucksvollen Blick auf die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, die das Thema der Reformation, ihrer Protagonisten und ihrer Theologie bietet.

„Zeichen der Identität. 500 Jahre Reformationsmedaillen“ ist der 26. Band in der Schriftenreihe der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und ist in der Evangelischen Verlagsanstalt (ISBN 978-3-374-07324-5, 134,00 Euro) erschienen. Er versammelt Beiträge von Jörg Ansorge, Paul Arnold, Martin Christ, Gerd Dethlefs, Johannes Eberhardt, Julia Fesca, Wolfgang Flügel, Torsten Fried, Thomas Fuchs, Christoph Galle, Daniel Harmelink, Hans-Peter Hasse, Hartmut Kühne, Monika Lücke, Matthias Meinhardt, Kathrin Meukow, Matthias Ohm, Stefan Rhein, Johannes Schilling und Carsten Theumer.

Bild: Dr. Thomas T. Müller, Vorstand der Stiftung Luthergedenkstätten. Foto: ©LutherMuseen

Von Redaktion