Dessau (md/wg). Erste Geige gesucht! Ab dem 10. April 2026 sind Bewerbungen für den 13. Violin-Förderwettbewerb „Rust-Preis“ 2026 möglich. Der Rust-Preis der Ostdeutschen Sparkassenstiftung findet in diesem Jahr vom 6. bis 8. November 2026 am Anhaltischen Theater Dessau statt. Wer in dem zweitägigen Wettbewerb in Dessau besteht, hat die Chance, sich aus den 14 Meistergeigen der Stiftung ein individuell passendes Instrument auszuwählen und es für mindestens zwei Jahre zu spielen. Informationen zum Rust-Preis und Anmeldung unter: www.anhaltisches-theater.de/rustpreis oder www.rust-preis.de. Anmeldeschluss für die Teilnahme ist der 9. September 2026.
Zusätzlich können die Teilnehmer Preisgelder gewinnen und sich Auftrittschancen erspielen. Das Anhaltische Theater Dessau ermöglicht darüber hinaus einen Auftritt mit der Anhaltischen Philharmonie Dessau als Sonderpreis. Was ist am Rust-Preis besonders? Durch den Wettbewerb werden junge Menschen dazu angeregt, sich noch intensiver mit ihrem Instrument und ihrer musikalischen Zukunft zu beschäftigen. Sie haben die Möglichkeit, auf einem individuell zu ihnen passenden Meisterinstrument längere Zeit spielen zu dürfen. So können sie ihre besondere Begabung noch besser entwickeln und neue Perspektiven dazu gewinnen.
Alle Meisterinstrumente, die im Rahmen des Rust-Preises vergeben werden, wurden im Auftrag der Ostdeutschen Sparkassenstiftung von ostdeutschen Geigenbauern gebaut. Damit fördert die Stiftung den Mittelstand und sorgt zugleich für die Bewahrung hochentwickelter Handwerkstechniken. Das gibt es so in Deutschland kein zweites Mal. Annemarie Gäbler, geboren 1990 in Halle, entdeckte bereits in jungen Jahren ihre Leidenschaft für die Musik. 2010 gewann sie den 1. Preis beim Violin-Förderwettbewerb der Ostdeutschen Sparkassenstiftung – ein wichtiger Impuls für ihre weitere musikalische Laufbahn. Heute gehört sie dem MDR-Sinfonieorchester an und wird in diesem Jahr erstmals als Jurorin beim Rust-Preis mitwirken.
„Mit dem Rust-Preis möchten wir jungen Geigerinnen und Geigern nicht nur eine Bühne bieten, sondern sie in ihrer künstlerischen Entwicklung unterstützen“, erklärt Patricia Werner, Geschäftsführerin der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und Vorsitzende der Jury. Die Verbindung aus Wettbewerb, langfristiger Förderung durch individuell passende Meisterinstrumente, Auftrittsmöglichkeiten sei in dieser Form einzigartig. „Der Rust-Preis ist für talentierte Geigerinnen und Geiger ein ganz besonderer Wettbewerb, der ihnen mit dem möglichen Gewinn einer der herausragenden Violinen völlig neue Entfaltungsmöglichkeiten eröffnet“, betont Johannes Weigand, Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau.
Bewerben können sich Geigerinnen und Geiger zwischen 12 und 21 Jahren (Stichtag 31. Oktober 2026), die seit mindestens vier Jahren in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen oder Sachsen-Anhalt leben. Für den Rust-Preis vorzubereiten ist ein Programm aus drei Werken unterschiedlicher Epochen. Die stilistische Vielfalt sollte im Programm und im Vortrag erkennbar sein. Eine unabhängige Jury entscheidet über die Zulassung zum Wettbewerb, die Vergabe der Instrumente und der Preise.
Hintergrund
Der Namensgeber des Wettbewerbs, Friedrich Wilhelm Rust (geboren 1739 in Wörlitz, gestorben 1796 in Dessau), war ein hervorragender Geiger und gleichzeitig ein musikalisches Multitalent. Er beherrschte mehrere Instrumente, erhielt Unterricht von namhaften Zeitgenossen wie Carl Philipp Emanuel Bach und Franz Benda und rundete seine Ausbildung bei Pugnani und Tartini in Italien ab. Später machte er sich mit seinen Werken in fast allen Musikgattungen auch als Komponist einen Namen.
Als leidenschaftlicher Pädagoge versammelte Friedrich Wilhelm Rust begabte Musiker um sich, bildete sie aus und entwickelte sie zu einem versierten Orchester. Gleichzeitig verstand er es, den Hof und die Dessauer Gesellschaft für die Aufführung öffentlicher Konzerte zu begeistern. Mit seinem Können und seiner Persönlichkeit trug Friedrich Wilhelm Rust maßgeblich zur Entwicklung eines wachsenden Musiklebens in Dessau bei. Die Anhaltische Philharmonie, die aus der fürstlichen Hofkapelle hervorging, ist ohne ihn und sein Wirken nicht denkbar.
Bild: Leonie Seemann (l.) und Julia Lehmann (r.), Preisträgerinnen in 2024 und Patricia Werner. Foto: ©Aileen Krause

