Samstag, 28.02.2026

Wittenberg (md). Das Bauernfrühstück am 18. Februar 2023 widmet sich von 10 bis 13 Uhr in der Evangelischen Akademie dem Thema „Artenreiches Grünland: Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung“. Dazu laden ein Siegrun Höhne, Kirchlicher Dienst auf dem Land der EKM und Dr. Gerd Pfeiffer, Arbeitskreis Landwirtschaft und Umwelt/Kirchliches Forschungsheim. Um Anmeldung unter www.ev-akademie-wittenberg.de wird gebeten.

Mehr als die Hälfte der höheren Pflanzen kommen im Grünland vor. Auf Feuchtwiesen leben etwa 3.500 Tierarten: Käfer, Bienen, Heuschrecken und Schmetterlinge, Vögel, darunter die (selten gewordenen) Grünlandbrüter wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Braunkehlchen, Vogel des Jahres 2023. Viele Ökosystemdienstleistungen werden durch ein funktionierendes Netz von Grünland gewährleistet. Dazu zählt die Reinhaltung von Wasser und Böden ebenso wie die Sicherung eines ausgewogenen Klimas.

Werbung

Doch artenreiches Grünland verschwindet. In Sachsen-Anhalt sollen daher mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 Ökoregelungen eingeführt werden, die Grünlandbewirtschafter für artenreiches Grünland „belohnen“. Ein erster, kleiner Schritt, um Anschluss an die benachbarten Bundesländer zu halten. In Sachsen und Brandenburg werden mit diversen Förderprogrammen und dem Angebot einer naturschutzfachlichen Beratung Landwirte seit Jahren bei der Grünlandbewirtschaftung unterstützt. Und Sie nehmen diese Möglichkeiten an.

Auch wenn die entsprechende Richtlinie im Land noch nicht vorliegt, wird der Stand der Öko-Regelung 5 (Ergebnisorientierte extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen mit Nachweis von mindestens vier regionalen Kennarten) vorgestellt und deren Anwendbarkeit insbesondere aus Sicht der Praktiker diskutiert. Im Rahmen eines Feldtages im Mai/Juni lädt der Landschaftspflegeverband Wittenberg e.V. zum praktischen Kennenlernen dieser Ökoreglung in eine Agrargenossenschaft der Region ein. Hierzu wird gesondert eingeladen, Interessensbekundungen sind ab sofort möglich.

Nicht nur auf Grünland, sondern in jedem landwirtschaftlichen Betrieb lassen sich Möglichkeiten finden, naturschutzfachliche Verbesserungen einzuführen ohne Betriebsabläufe wesentlich zu verändern. Der „Betriebsplan Natur“ ist so ein Instrument. Vorgestellt wird solch ein Betriebsplan beispielhaft für einen Betrieb, dessen Grünland Potentiale zur Verbesserung zeigt.

Im Rahmen des Bauernfrühstücks soll diskutiert werden, ob und wie diese Angebote für Landbewirtschafter von Interesse sind, welche Vorstellungen sie haben, wo sich aus ihrer Perspektive Probleme auftun und wie sie externe Berater, wie z. Bsp. Landschaftspflegeverbände, unterstützen können.

Bild: Siegrun Höhne, Kirchlicher Dienst auf dem Land der EKM. Foto: Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt

Von Redaktion