Mittwoch, 04.03.2026

Wittenberg (md/aw). Beim Unternehmer-Roundtable am 2. März in der Lutherstadt Wittenberg haben Vertreterinnen und Vertreter regionaler Unternehmen mit Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche über die aktuellen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort gesprochen. Im Mittelpunkt standen hohe Energiepreise, steigende Sozialabgaben, Fachkräftemangel sowie zunehmende Bürokratiebelastungen. Auch die Zukunft der Chemieindustrie und des regionalen Mittelstands wurde intensiv diskutiert.

Wittenberg als Beispiel für Transformation

Werbung

Als traditionsreicher Chemiestandort und zugleich Sitz des Batteriespeicherherstellers Tesvolt gilt Wittenberg als Beispiel für industrielle Wertschöpfung im Wandel. Das Unternehmen hatte die Veranstaltung ermöglicht und die Plattform für den direkten Austausch zwischen Wirtschaft und Politik bereitgestellt. Eingeladen wurde die Ministerin auf Initiative von Nico Elsner (CDU), der den Kontakt nach Berlin hergestellt hatte.

Mit seiner Mischung aus Industrie, innovativem Mittelstand und ländlichem Raum habe der Termin eine besondere Bedeutung für Ostdeutschland gehabt, hieß es aus dem Teilnehmerkreis. Reiche, die selbst aus Ostdeutschland stammt, betonte die spezifischen Herausforderungen der Region, verwies zugleich aber auf deren Chancen im Transformationsprozess. Zukunftstechnologien und klassische Industrie gehörten hier eng zusammen.

Ministerpräsident für Gespräche vor Ort

Neben der Bundesministerin nahm auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze an dem Austausch teil. Er stand im Anschluss für weiterführende Gespräche mit Unternehmerinnen und Unternehmern zur Verfügung.

In ihrem Redebeitrag unterstrich Reiche die Bedeutung des Mittelstands: „Der Mittelstand und die regionale Wirtschaft sind das Rückgrat unserer Volkswirtschaft. Hier entstehen Innovation, Ausbildung und Wertschöpfung.“ Der direkte Austausch in Wittenberg habe erneut gezeigt, wie wichtig Planungssicherheit, wettbewerbsfähige Energiepreise und weniger Bürokratie für Investitionen seien. Diese Impulse nehme sie mit nach Berlin. Ziel müsse es sein, industrielle Wertschöpfung und Zukunftstechnologien dauerhaft in Deutschland zu halten.

Elsner fordert mehr Wertschätzung für Ausbildung

Nico Elsner, CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis Wittenberg und Zahna-Elster, sprach von großem Druck auf die Betriebe. Hohe Energiepreise, wachsende Bürokratie und internationaler Wettbewerb setzten die Unternehmen unter erheblichen Zugzwang. Wer Wohlstand und Arbeitsplätze sichern wolle, brauche verlässliche Rahmenbedingungen.

Zugleich plädierte Elsner für ein gesellschaftliches Umdenken: Erfolg dürfe nicht ausschließlich über ein Studium definiert werden. Auch mit einer Berufsausbildung seien erfolgreiche Karrierewege möglich. Wer Chemieindustrie, Zukunftstechnologien und Mittelstand stärken wolle, müsse wirtschaftspolitisch wieder mehr ermöglichen statt regulieren.

Haseloff würdigt Engagement der Wirtschaft

Der frühere Ministerpräsident Reiner Haseloff würdigte die Leistung der regionalen Wirtschaft. Unternehmerinnen und Unternehmer trügen mit großem persönlichen Einsatz dazu bei, dass die Region wirtschaftlich stark und lebenswert bleibe. Dafür gebühre ihnen ausdrücklicher Dank. Zugleich betonte Haseloff die Bedeutung eines Generationswechsels in der Politik und hob hervor, dass der Austausch mit der Bundesministerin auf die Initiative Elsners zurückgehe.

Die Veranstaltung diente dem offenen Dialog über konkrete Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze für den Wirtschaftsstandort Wittenberg und Sachsen-Anhalt.

Von Redaktion