Zerbst (md/wg). Die Evangelische Landeskirche Anhalts lädt herzlich zur Eröffnung der ersten Kunstausstellung im Kirchturm der Kirche Eichholz ein. Am 23. Februar 2026 um 15 Uhr werden dort Werke des Künstlers Johannes Traub präsentiert. Der Maler wird persönlich anwesend sein und in seine Arbeitsweise sowie die Hintergründe der ausgestellten Werke einführen. Der Eintritt ist frei.
Johannes Traub zählt zu den überregional prägenden Künstlern der Gegenwartskunst im mitteldeutschen Raum. Bekannt ist er für seine Arbeiten, die mit Licht, Transparenz und räumlicher Wahrnehmung spielen. Seine Installationen und grafischen Werkserien verbinden intuitiv-poetische Zugänge mit präziser, handwerklicher Umsetzung. Für die Kirche Eichholz hat Traub eine Auswahl von Werken zusammengestellt, die sich mit dem Thema Licht befassen – passend zum besonderen Raum des Kirchturms, der selbst ein Ort der Sammlung, des Ausblicks und der spirituellen Weite ist.
Für das runde Nordfenster auf der obersten Ausstellungsebene (siehe Foto) hat Traub einen Entwurf gestaltet. Traub selbst sagt zu seinem Werk: „Der Entwurf zu dem Glasfenster ‚Resonanz’ ist ein technisch überformtes Ölgemälde, bei dem ich versuchte, ein distanziertes, resonanzstarkes Wesen einzufangen, das kühl anmutend aus einer Welt der Liebe aufscheint.“ Die Umsetzung erfolgte durch die Glasmalerei Peters aus Paderborn in beeindruckender Weise, die dem Kunstwerk räumliche Tiefe verleiht.
Die Kirche Eichholz gehört zu den markanten Kirchenbauten der Region Zerbst und ist ein architektonisches Kleinod. Der Kirchturm, sonst ein eher verborgener Raum, öffnet sich für die Ausstellung erstmals als ungewöhnlicher, atmosphärischer Kunstort. Ein schmaler, in die Höhe strebender Raum, durchzogen vom natürlichen Licht, das durch die kleinen Turmöffnungen fällt – ein Umfeld, das die Kunstwerke Traubs auf besondere Weise zur Geltung bringt und Besucher zum Staunen einlädt.
Die Ausstellung präsentiert zugleich das Ergebnis der aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und des Landes Sachsen-Anhalt unterstützten Sanierung des Turminnenraums. In einem weiteren Schritt sollen dort die Voraussetzungen für eine dauerhafte Ausstellung zur Glasmalerei geschaffen werden.
Das Projekt „Lichtungen“
Die Ausstellung ist Teil des Projekts „Lichtungen“, mit dem die Evangelische Landeskirche Anhalts seit mehreren Jahren Kunst und Kirche miteinander in Dialog bringt. „Lichtungen“ verbindet zeitgenössische Kunst mit der geistlichen Tradition der Landeskirche und schafft so Erfahrungsräume, in denen sich Fragen nach Orientierung, Sinn, Glaube und gesellschaftlichem Miteinander entfalten können.
Foto: Evangelische Landeskirche Anhalts

