Wittenberg (aw). Am 7. März feierte die Kfz-Innung des Landkreises Wittenberg im Piesteritzer Hof ihr 35-jähriges Bestehen. Vertreter zahlreicher Werkstätten und Kfz-Betriebe sowie Gäste aus Handwerk, Politik und Wirtschaft waren der Einladung gefolgt.

KFZ-Obermeister René Peper begrüßte neben den Innungsmitgliedern unter anderem den Bundestagsabgeordneten Sepp Müller, den Präsidenten des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Thomas Peckruhn, Hendrik Hiller von der Handwerkskammer Halle sowie den stellvertretenden Landrat Dr. Jörg Hartmann. Auch KFZ-Ehrenobermeister Dieter Köppe und Kreishandwerksmeister Enrico Reinecke nahmen an der Feier teil. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Solokünstler Danny Hertel.

„Unser erster Obermeister war Günter Rögert“, blickte Peper zurück. Anfang der 1990er-Jahre entwickelte sich die Organisation schnell zu einer starken Gemeinschaft. Mit rund 120 Mitgliedern gehörte sie damals zu den großen Innungen der Region. 1992 schlossen sich zudem die Bereiche Jessen und Gräfenhainichen an. „Viele Betriebe, die damals beigetreten sind, werden heute bereits in der dritten Generation geführte“, so Peper.

Besonders gewürdigt wurde das langjährige Engagement früherer Vorstandsmitglieder wie Dieter Köppe, Josef Tröster, Robert Klinger und Dietmar Herbold. Köppe, selbst DDR-Meister im Rallye-Sport, führte die Innung über Jahrzehnte und galt als dienstältester Obermeister Deutschlands, bevor er 2024 nach rund 30 Jahren an der Spitze in den Ruhestand ging.

Heute steht die Innung – wie viele Handwerksorganisationen – vor neuen Herausforderungen. Während es früher deutlich mehr Mitglieder gab, gehören aktuell noch 42 Betriebe zum Netzwerk. Einige Unternehmen haben aus Altersgründen aufgegeben, Nachfolger sind schwer zu finden. Gleichzeitig sichern im Landkreis rund 140 Kfz-Betriebe weiterhin die Mobilität der Menschen. „Gerade deshalb ist es wichtig, dass das Handwerk zusammensteht“, betonte Peper. Traditionen wie Freisprechungen, gemeinsame Veranstaltungen oder das Weihnachtsessen stärken den Zusammenhalt.

Ein besonderer Schwerpunkt der Innung bleibt die Ausbildung. „Ohne Nachwuchs keine Zukunft“, machte Peper deutlich. Die Organisation setzt sich seit Jahren dafür ein, junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen und die Ausbildungsstruktur in der Region zu sichern. Ein wichtiger Erfolg war dabei die Rückkehr der Berufsschulklassen nach Wittenberg. Nachdem der Unterricht zeitweise nach Dessau verlegt worden war, setzte sich die Innung gemeinsam mit Partnern dafür ein, den Standort zu erhalten. Heute gibt es im Berufsschulzentrum Mittelfeld wieder für jedes Lehrjahr eine eigene Klasse.


Passend zum Jubiläum fand im Piesteritzer Hof auch die traditionelle Freisprechung statt. Insgesamt 13 junge Kfz-Mechatroniker – elf Junggesellen und zwei Junggesellinnen – erhielten nach bestandener Prüfung ihre Gesellenbriefe und wurden unter großem Applaus in den Berufsstand aufgenommen. „Wir feiern heute nicht nur eine Zahl, sondern 35 Jahre Zusammenhalt, Erfahrung und die feste Verankerung des Kfz-Handwerks im Landkreis Wittenberg“, sagte Peper. Besonders freue ihn, dass alle Prüflinge ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben.

Neben dem Nachwuchs wurden auch erfahrene Handwerksmeister geehrt: Fünf Meister erhielten an diesem Abend die Auszeichnung für ihr 25-jähriges Meisterjubiläum und bekamen die Silbernen Meisterbriefe überreicht.

Durch das Programm des Abends führte Obermeister René Peper selbst. Nach den Grußworten von Bundestagsabgeordnetem Sepp Müller und ZDK-Präsident Thomas Peckruhn folgte die Übergabe der Meisterbriefe durch Hendrik Hiller von der Handwerkskammer Halle. Auch der stellvertretende Landrat Dr. Jörg Hartmann richtete Worte an die Gäste. Ein gemeinsamer Fototermin, ein Comedy-Auftritt von Marco Krause sowie ein geselliges Beisammensein rundeten den Jubiläumsabend ab.










