Sonntag, 08.03.2026

Wittenberg (aw). Festliche Stimmung, große Namen und bewegende Momente: Zur dritten Olympianacht rollte die SG Blau-Weiß Klieken am Samstagabend (7. März) im Wittenberger Stadthaus erneut den roten Teppich für die Sportgrößen der Region aus. Mehr als 300 geladene Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft folgten der Einladung – eine Veranstaltung, die dank zahlreicher Sponsoren möglich wurde und längst zu einem festen Termin im Wittenberger Sportkalender geworden ist.

Durch den Abend führte gewohnt charmant RTL-Moderator Andreas von Thien, der seit 2007 Wittenbergs große Sportveranstaltungen moderiert – zunächst die Sportgala und inzwischen die Olympianacht. Insgesamt stand er damit bereits zum 15. Mal bei einem Sportevent der Lutherstadt auf der Bühne. „Wenn ich nach Wittenberg komme, ist das ein bisschen wie nach Hause kommen“, sagte er gleich zu Beginn und blickte in einen Saal voller Sportlerinnen und Sportler, die bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften Geschichte geschrieben haben.

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Den Auftakt machte das Grußwort von Sachsen-Anhalts ehemaligem Ministerpräsidenten Reiner Haseloff. „Das gibt es nicht so oft“, betonte er mit Blick auf die beeindruckende Sammlung an Erfolgen aus Stadt und Landkreis. Besonders hob er das Organisationstalent der Veranstalter hervor – allen voran René Stepputtis. Dieser habe über Jahre ein starkes Netzwerk aufgebaut und halte die Sportgemeinschaft zusammen. Gemeinsam mit der SG Blau-Weiß Klieken organisiert er die Olympianacht bereits zum dritten Mal im Stadthaus.

Die Bilanz der recherchierten Sportgeschichte ist beeindruckend: 68 Sportlerinnen und Sportler aus der Region haben bei insgesamt 18 Olympiateilnahmen sechsmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze geholt. Hinzu kommen 98 WM-Medaillen, 43 EM-Medaillen sowie 130 Titel bei deutschen und DDR-Meisterschaften. „Wir haben zwölf Jahre recherchiert, um all diese Daten zusammenzutragen“, erklärte Stepputtis – und erntete dafür großen Applaus.

Zu den Ehrengästen zählten neben Haseloff auch der stellvertretende Landrat Dr. Jörg Hartmann, Bundestagsabgeordneter Sepp Müller, Sepp Müller, Stadtratsvorsitzende Franziska Buse, Landessportbund-Präsidentin Silke Renk-Lange sowie die Bürgermeister Peter Müller (Zahna-Elster) und Dirk Saage (Coswig). Auch die Wittenberger Tomatenkönigin Nanett Johannes ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Andreas von Thien das große Buffet, gesponsert vom Best Western Hotel , zu eröffnen. Für schwungvolle Unterhaltung sorgte zudem die Showtanzgruppe Jessen.


Das goldene Buch der Lutherstadt Wittenberg ist, um einen Namen reicher.
Fotos: Antje Weiß

Einen besonders emotionalen Moment gab es, als Stadtratsvorsitzende Franziska Buse das Goldene Buch der Lutherstadt Wittenberg hervorholte. Ein Name sollte eigentlich ebenfalls darin stehen: Trainerlegende Eduard Geyer, der jedoch noch in Oman festsaß. „Das holen wir ganz sicher nach“, versprach Buse.

Dann aber richteten sich alle Blicke auf den Moderator selbst. Sichtlich überrascht wurde Andreas von Thien auf die Bühne gebeten – und durfte sich unter großem Applaus ebenfalls in das Goldene Buch der Stadt eintragen. „Das überwältigt mich“, sagte er bewegt. „Es trifft mich kalt – ich habe gerade eiskalte Hände.“ Wittenberg sei für ihn längst eine zweite Heimat geworden, viele Menschen kenne er hier inzwischen persönlich. Das Publikum dankte es ihm mit stehenden Ovationen.

Natürlich standen auch die Sportler im Mittelpunkt. Unter großem Beifall betrat Manuela Mucke die Bühne – zweimalige Olympiasiegerin im Vierer-Kajak (1996 Atlanta, 2000 Sydney). Erinnerungen an große Zeiten der Leichtathletik weckte Heidemarie Räbiger, die 1977 EM-Bronze in der Halle gewann und 1976 bei Olympia in Montreal Siebte wurde. Auch der Seydaer Bahnradfahrer Bernhard Gruner, Silbermedaillengewinner mit dem Team bei den Olympischen Spielen 1972 in München, wurde gefeiert.

Für besonders frischen Jubel sorgten zwei Nachwuchstalente aus Klieken: Die erst 14-jährige Lukas Henschel und die 15-jährige Yuki Okabe kehrten erst am Morgen von der Europameisterschaft in Irland zurück – im Gepäck jeweils Goldmedaillen. Als sie ihre Medaillen im Saal hochhielten, brandete Begeisterung auf. Der Bogensport ist einer der Schwerpunkte bei Blau-Weiß Klieken.

Den sportlichen Höhepunkt des Abends bildete schließlich der Auftritt von Biathlon-Legende Kati Wilhelm. Die dreifache Olympiasiegerin, heute Präsidentin des Thüringer Skiverbandes und Vizepräsidentin des Deutschen Skiverbandes, sprach über Motivation, Entscheidungen im Spitzensport und ihren Weg nach der aktiven Karriere. Geduldig erfüllte sie anschließend Autogramm- und Fotowünsche der Gäste.

Von Redaktion